Dat Wasser vun Kölle is jot! Das ist nicht nur ein Karnevals-Evergreen, sondern seit vielen Jahrzehnten ein trockener Fakt: Kölner Leitungswasser ist von den Werten her ein blitzsauberes, rundum gesundes Lebensmittel. Umso erstaunter war unser unser Kunde, als er sich zuhause einen Tee machte: Der schmeckte nicht nur verdächtig, sondern es stellte sich heraus, dass aus seinem Hahn im Keller eine suspekte, gelb eingefärbte Brühe lief. Was war passiert?
„Als Sanitärbetrieb kennen wir natürlich die Kölner Trinkwasserwerte“, erklärt Jürgen Brabender gleich als erstes, „da ist null biologische Belastung drin und die Mineralwerte sind im Vergleich sehr hoch, so dass es sogar als gesundheitsfördernd gilt. Es ist absolut farb- und geschmacksneutral.“
Ein totes Leitungsende in einer stillgelegten Küche
Sein Verdacht bestätigte sich, als er probeweise das Wasser laufen ließ: Ein trüber, gelblicher Strahl trat aus dem Hahn. Er beauftragte den Sanitärtrupp von Raabe, im Haus nach dem Rechten zu sehen. Denn wenn das Trinkwasser über jeden Zweifel erhaben ist, im Tee aber verkeimte Plörre landet, dann muss der Fehler dazwischen liegen. Sprich: in der Hausleitung.
Die Kollegen fahndeten also nach der Ursache, machten sich ein Bild von den Leitungen – und fanden im Nachbarraum Restinstallationen einer ehemaligen, seit Langem stillgelegten Küche. Offenbar wurden deren Leitungen vor Jahren einfach totgelegt, blieben aber mit dem Hausnetz verbunden. Es war dieses tote Ende, in dem das Leitungswasser zwar ankam, aber dann über lange Zeit stagnierte.
Abklemmen, Durchspülen, Automatik installieren
Weil hier kaum Wasseraustausch stattfindet, sind tote Enden ein Paradies für Mikroben. Und da das Kölner Wasser so mineralreich ist, neigen Leitungen ohne Bewegung leider dazu, sich besonders schnell mit Ablagerungen zuzusetzen. Die ausgefällte Kalkschicht bietet mit ihrer rauen Oberfläche einen idealen Boden für Bakterien, die regelrechte Biofilme bilden können. Wird aus der stagnierenden Leitung dann plötzlich entnommen, gerät auch das verunreinigte Wasser in Bewegung und findet seinen Weg zum Wasserhahn.
Was taten die Kollegen also? Sie setzten die heilige Dreifaltigkeit der Trinkwassersicherung um:
- Zunächst wurde das tote Ende abgeklemmt und die Leitung entsprechend verkürzt, bis kein leerer Raum mehr da war. Damit war das Hausnetz frei von Bakterienherden.
- Dann wurden sämtliche Leitungen hinter dem Hauptstrang gründlich durchgespült, so dass keine Reste an belastenden Mikroorganismen mehr vorhanden waren.
- Und zur Sicherheit installierten sie einen neuen Wasserhahn. Dieser ist mit einer Automatik ausgestattet: In festen Intervallen lässt er für eine bestimmte Zeit Wasser ab, so dass in den Leitungen kein stehendes Wasser möglich ist.
Die Automatik empfiehlt sich generell in seltener genutzten Bereichen eines Hauses. Denn wenn das Wasser in der Leitung genügend in Bewegung bleibt, haben Mikroorganismen keine Chance, sich anzusiedeln. Dann bleibt das Trinkwasser so rein und klar, wie es von den Stadtwerken angeliefert wird.
Das Kölner Leitungswasser: hart, aber gesund
Die Qualität des Trinkwassers wird übrigens regelmäßig nachgewiesen und im Netz veröffentlicht – und auch das Verfahren der Aufbereitung: Im linksrheinischen Köln existieren gleich vier Brunnengalerien für Uferfiltrate und eine Grundwasseranreicherung, von denen aus bereits sehr sauberes Wasser in die Wasserwerke geleitet wird. Dort wird es nochmals durch große Filter geschickt, bevor es in das Stadtnetz gespeist wird. Die Kontrolle übertrifft sogar die von kommerziellem Mineralwasser.
Dass die vielen Mineralien das Kölner Wasser vergleichsweise „hart“ machen, beeinträchtigt übrigens nicht dessen Qualität, sondern fördert sogar den Geschmack. Man spricht dann von Vollmundigkeit. Nur für Haushaltsgeräte kann der Kalkanteil bisweilen Probleme bereiten: Man braucht dann zum Beispiel mehr Waschmittel und muss öfter entkalken. Michael Brabender kann sich jedenfalls wieder ganz beruhigt Tee aufsetzen.



